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PUBLICATIONS DE LA MIVILUDESDeutsch : Bericht des Miviludes 2006Einführung Gemäß dem Erlass, mit dem er eingeführt wurde, muss der interministerielle Ausschuss zur Überwachung und Bekämpfung von gefährlichen Entwicklungen bei Sekten dem Premierminister jedes Jahr einen Bericht vorlegen. Im Laufe der aktuellen Legislaturperiode hat also der im Dezember 2002 gebildete Miviludes vier Berichte erstellt. In den zwei ersten Dokumenten hat er, chronologisch aufgezählt, erst den Schwerpunkt auf gefährliche Entwicklung bei Sekten gelegt, dann auf das Sektenrisiko, im Bemühen, sein Tätigkeitsfeld deutlich zu definieren und die Natur der Risiken sowie die Art, an diese Tatsachen in strikter Einhaltung des Rechtsstaates heranzugehen, genauer darzulegen, für das Parlament, das die Tätigkeiten des Miviludes aufmerksam verfolgt und für die Bürger, die vom Staat erwarten, gegen diese als besonders unzulässig empfundene Gefahr geschützt zu werden. Im vergangenen Jahr hat der Ausschuss in seinem dritten Bericht, sich auf Beispiele stützend, vier Hauptbereiche in den Vordergrund gestellt, die angesichts der Eigenschaft der möglichen Opfer eine gründliche Überwachung und Information der Abgeordneten sowie der gesamten Bevölkerung begründeten : Angriffe auf Minderjährige, Sektenbewegungen im Bereich des Gesundheitswesens im weitesten Sinne, Risiko der Unterwanderung des Wirtschaftsapparats und Infiltration in einem in Sachen Image viel versprechenden Sektor, der humanitären Hilfe. Die im Laufe der drei vorangehenden Jahre festgehaltenen Schwerpunkte bleiben aktuell und es wäre möglich gewesen, sie erneut zu bearbeiten und sie zu aktualisieren, um jedem deutlich in Erinnerung zu rufen, dass der Schutz der persönlichen Freiheiten und der Würde des Menschen gegen Umtriebe von Gurus aller Art eine langatmige Angelegenheit ist und man unermüdlich wachsam bleiben sollte. Man hat sich schließlich dazu entschlossen, neue Themen anzugehen, welche die Entwicklung der Sektenlandschaft genauestens beleuchten und die tagtägliche Anpassungsfähigkeit der bezeichneten Organisationen und ihrer Anführer widerspiegeln. Um das Sektenrisiko und die Ausmaße der Schäden an den Opfern von fragwürdigen Bewegungen oder verfälschten Theorien einzukreisen, wurde eine Studie den Mechanismen der Einflussnahme und den Folgen für die betroffenen Personen gewidmet. Mehrere Mitglieder des Orientierungsrats des Miviludes hatten den Wunsch geäußert, das entscheidende Problem der Nebenopfer der Sektenzugehörigkeit zu behandeln, das heißt die Konsequenzen aus dem Engagement eines Sektenanhängers für seine Familie, seine Eltern und Angehörigen. Das Thema sollte unter menschlichen und juristischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Der Bereich der beruflichen Bildung, der sich in voller Entwicklung befindet, zieht beträchtliches Kapital an. Eine Tatsache, die Organisationen und Individuen, die stets auf der Suche nach Bereicherung sind, nicht untätig lassen konnte. Die Gefahren, welchen Angestellte, Behörden und Unternehmen hier ausgesetzt sind, werden einer neuartigen Analyse unterzogen. Eine in 2005 erst im Entwurf bestehende, tief greifende Studie über das Risiko von Sekteninfiltration in Unternehmen mit den entsprechenden Konsequenzen in Sachen Wirtschaftsintelligenz wird im vorliegenden Bericht zusammen mit einem Beispiel für den Missbrauch von Wirtschaftskreisläufen vorgestellt. Schließlich werden die Paralysierungsversuche einiger bestimmter Bewegungen, gegenüber den mit der Überwachung und Bekämpfung der gefährlichen Entwicklungen bei Sekten beauftragten Stellen unter verwaltungstechnischen und rechtlichen Gesichtspunkten untersucht. Ergänzend liefert der Bericht eine Übersicht der von diesen Bewegungen, ihren Satelliten oder Anhängern angewandten Desinformationstechniken, Machenschaften, denen sowohl die Behörden als auch die Medien zum Opfer fallen. In einem zweiten Teil hat der Miviludes Studien und Dokumente ausgesucht über bisher wenig behandelte Themen : So wurde eine Untersuchung über die kontrastreiche Bilanz einer aus den Vereinigten Staaten stammenden Methode, der „Transaktions-Analyse", angefertigt, um aufzuzeigen, dass die Anwendung bestimmter Praktiken durch zum Teil selbsternannte Pseudotherapeuten dramatische Folge haben kann. Problematisch ist auch das Aufkommen von schamanischen Praktiken, welche die Einnahme von Halluzinogenen verlangen, Ayahuasca oder Iboga. Es werden die Risiken aufgezeigt, die über eine Modeerscheinung hinausgehen, zusammen mit einer Reihe von gefährlichen Entwicklungen, die damit einhergehen. Bisher wurden die öffentlichen Maßnahmen der wichtigsten europäischen und amerikanischen Staaten zu diesem Thema nicht zusammenfassend untersucht. Dies soll nun durch ein Kapitel geschehen, das einerseits die in rund fünfzehn Ländern geltenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften beschreibt und sich andererseits mit der Wahrnehmung innerhalb dieser verschiedenen Länder von drei großen länderübergreifenden Gruppen, welche hier und dort als problematisch gelten, widmet. Der Miviludes konnte natürlich nicht die gesamte beeindruckende Arbeit der Untersuchungskommission zu möglichen mentalen oder physischen Schäden an Sektentätigkeiten ausgesetzten Jugendlichen wiederaufnehmen, doch verweist er den Leser auf den Bericht der Kommission [1], sowie auf die im Laufe des Jahres gestellten Fragen der Abgeordneten und Senatoren. Schließlich hat jede Behörde, welche Mitglied im Exekutivausschuss zur operationellen Steuerung des interministeriellen Ausschusses ist, die Möglichkeit erhalten, ihren eigenen jährlichen Tätigkeitsbericht vorzulegen, um somit den Leser besser über die geleistete Arbeit informieren zu können. Seinerseits erstattet der Miviludes Bericht über seine Tätigkeit innerhalb der durch die Gründungstexte festgelegten Bereiche : Information, Ausbildungsseminare, Überwachungszellen auf Departement-Ebene, internationale Maßnahmen, Beziehungen zu Familienschutzvereinigungen (auf ihre Anfrage hin), zu Bewegungen, welche in Kontakt mit öffentlichen Behörden kommen wollten, Veröffentlichung eines Hefts über gefährliche Entwicklungen des Satanismus, usw. Die intensive Arbeit und die vielen angestrengten Bemühungen des Jahres 2006 sollen dazu gedient haben, dass die Opfer und ihre Familien bei den Schwierigkeiten, die sie durchmachen, angehört, respektiert und begleitet werden können. Und letztlich auch, damit die Sektenbewegungen und ihre Verantwortlichen gewiss sind über die Entschlossenheit der Republik, keinen Schritt in ihrer Aufgabe im Dienste derer, die von ihr Sicherheit und Solidarität erwarten, zurückzugehen. >> DOCUMENTS JOINTS |